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Freiräume für Bildung Schule und Architektur im Dialog- EINE VIRTUELLE AUSSTELLUNG

STATION 2

JEDES KIND BRAUCHT GEMEINSCHAFT

Offene Lernlandschaften ermöglichen neue Formen des gemeinschaftlichen Miteinanders: Räume erfüllen verschiedene Ansprüche. Sie erlauben klassen- und jahrgangsübergreifendes Lernen der Schülerinnen und Schüler in unterschiedlichen Gruppen. Sie sollen Begegnung, Austausch und Zusammenarbeit fördern – wie auf einem richtigen „Marktplatz“.

Auch Bibliotheken, Schulgärten und Schulhöfe werden als Lernräume verstanden. Sie ermöglichen gemeinschaftliches sowie projektorientiertes Arbeiten, Forschen und Begegnen. Lernen kann praktisch erfahrbar gemacht werden – durch Bewegung, Naturbeobachtung und nachhaltige Projekte. So können soziale Kompetenzen und das Verantwortungsgefühl sowohl füreinander als auch für die Umwelt gestärkt werden. Schule kann sich zu einem Lebensraum entwickeln, der Selbstständigkeit, Gemeinschaft und Vielfalt wachsen lässt.

Von der Idee zur Wirklichkeit — Die Pläne zeigen, was die Stadt Leipzig gerade baut. In der Gemeinschaftsschule am Dösner Weg lernen Schülerinnen und Schüler während ihrer gesamten Schulzeit gemeinsam – ab der ersten Klasse. Vielfältige Raumsituationen ermöglichen gemeinschaftliches Arbeiten sowie einen kontinuierlichen Austausch zwischen Lehrenden und Lernenden. Der Grundriss verdeutlicht diese pädagogische Absicht. Die geplante Lerninsel (rechts) schafft Rückzug im offenen Raum. Gedämpfte Akustik und reduzierte visuelle Reize sollen konzentriertes Arbeiten und Gespräche in kleinen Gruppen unterstützen.

Alle Wege führen zum Marktplatz — Das Clustersystem der Johanna Magdalena-Beyer-Schule schafft einen Mittelpunkt des Lernens. Mehrere Klassen teilen sich einen gemeinsamen, offenen Raum, der von den Klassenräumen direkt erreicht werden kann. Hier wählen die Kinder frei zwischen verschiedenen Formen der Gruppenarbeit.

Ganz nach Bedarf — Auch die Klassenräume des Clustersystems bieten variable Tischanordnungen. Einige Plätze sind zur Lehrperson ausgerichtet, andere zum Fenster. So entsteht ein flexibler Raum, der verschiedene Lernsituationen – in unterschiedlichen Gruppengrößen – ermöglicht.

Von SDG 1 bis SDG 17 — Auf dem Schulhof der Kurt-Masur-Schule wird sichtbar, dass sich die Schulgemeinschaft zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung – den Sustainable Development Goals der UN-Agenda 2030 – bekennt. Das SDG 17 befindet sich in der Bibliothek der Anton-Philipp- Reclam-Schule und besagt: Wir machen uns auf den Weg, um alle Ziele der Nachhaltigkeit umzusetzen. Beide Schulen setzen auf gemeinschaftliche Verantwortung.

Spielend lernen — Im Schulhof der Kurt-Masur-Schule werden die Kinder spielerisch an Regeln des Zusammenlebens herangeführt. Ein Teil des Schulhofes ist als Radübungsplatz gestaltet. Der kleine Obstgarten wird von den Kindern mitbetreut und dient wie der Wohnwagen als Rückzugsort zum Entspannen, Lesen oder Spielen.

Grünes Klassenzimmer — Zwischen Weinreben liegt der green classroom. Außentafeln ermöglichen gemeinsames Arbeiten und verbinden Unterricht und Natur. Die Laube aus Plastikflaschen ist das Ergebnis eines Upcycling- Projektes – eines der vielen nachhaltigen Vorhaben an der Leipzig International School.

Wer findet den Schüler — In der Bibliothek der Gerda-Taro-Schule sind hinter dem Bücherregal ruhige Lerninseln entstanden. Ein gut versteckter Schüler zeigt, wie leicht Rückzug und konzentriertes Arbeiten möglich sind. Eine gepolsterte Bank, ein Sofa, Sitzsäcke und Kissen bieten Komfort – aber auch die Möglichkeit für gemeinsames Arbeiten. In der Bibliothek der Johanna-Moosdorf-Schule (links) sorgen zudem bodentiefe Fenster für eine freundliche Arbeitsatmosphäre.

Inklusion unter einem Dach — Breite Flure und geneigte Ebenen erleichtern die Bewegung im Gebäude des Werner-Vogel-Schulzentrums. Inklusion wird hier auch konsequent umgesetzt: Vereint sind eine Grundschule, eine Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung und ein Hort. Eine Dachlösung ganz anderer Art hat sich die Geschwister-Scholl-Schule überlegt: Ein Zelt im Treppenhaus bietet einem Kind mit Autismus-Spektrum-Störung einen geschützten Rückzugsort – um Reize zu verarbeiten und Ruhe bei Stress oder Überforderung zu finden.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte — Die inklusive Spielplatztafel
ermöglicht es Kindern mit eingeschränkter Lautsprache oder nur geringen
Deutschkenntnissen ins Gespräch mit Lehrpersonen und anderen Kindern
zu kommen. Das Besondere am Werner-Vogel-Schulzentrum: Hier ist Unter-
stützte Kommunikation gelebter Schulalltag – vom Klassenraum über die
Flure bis zum Pausenhof.

Wissen, wo es lang geht — Die Stadt Leipzig hat sich auf den Weg begeben: In der Marie-Curie-Schule und der Johanna-Moosdorf-Schule erleichtern Bodenleitsysteme, Tastmarkierungen und Brailleschrift die Orientierung für sehbeeinträchtigte Menschen. Die Schulleitungen sind sich bewusst, dass Barrierefreiheit ein Prozess ist, der Ausdauer und Geduld erfordert.

Inklusion unter freiem Himmel — Eine Schaukel für Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer und unterfahrbare Hochbeete: Das Werner-Vogel-Schulzentrum versucht, uneingeschränkte Teilhabe zu realisieren. Naturerleben, Bewegen und Spielen soll gemeinschaftlich möglich sein.

Fotonachweise

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